Hadi Alizadeh & Faruk Mirza - Konzert

Perkussionist Hadi Alizadeh und Flötenspieler Faruk Mirza

Ein iranischer Trommelkünstler tritt gemeinsam mit einem kurdischen Flötenspieler im Rahmen der Ausstellung „Ein Blick Iran“ am 21. Juli in der Kirche St. Maximilian auf.

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Hadi Alizadeh spricht mit seinen Fingern. Wenn der aus Iran stammende Musiker die persische Trommel schlägt, macht er Gefühle hörbar. Mal vibrieren die Finger kräftig und voller Feuer, dann streicheln sie beinahe zärtlich über die gespannte Haut der „Tonbak“, wie die persische Handtrommel genannt wird.

Seine Ausbildung erhielt der 39-jährige Trommelvirtuose bei einem Meister dieses Fachs, bei Bahman Rajabi in der iranischen Hauptstadt Teheran. Nebenbei brachte sich Alizadeh selbst das Spielen auf der kurdischen Rahmentrommel „Daf“ bei. In seinem Heimatland war Hadi Alizadeh bereits ein Star, als er vor zehn Jahren beschloss, seinen musikalischen Horizont zu erweitern und nach Deutschland zu gehen. Inzwischen lebt der Musiker in München. „Hier ist es leichter, Kontakte zu Musikern mit anderen Traditionen zu knüpfen“, sagt Alizadeh. Vor einem Jahr gründete er gemeinsam mit fünf anderen Künstlern die Gruppe „Alamto“, in deren Musik die persische Volksmusik mit den westlichen Stilrichtungen Klassik und Jazz kombiniert wird. Das kurdische Wort „Alamto“ bedeutet „Das Land des Sonnenaufgangs“. Denn, so sagt Alizadeh, „so wie die Sonne in jedem Land der Welt aufgeht, ist die Musik eine Sprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird“.

Bei seinem Auftritt im Rahmen der Ausstellung „Ein Blick Iran“ wird er nicht von seiner Band begleitet, sondern von Faruk Mirza auf der „Ney“, der persischen Rohrflöte. Vor 15 Jahren floh Mirza aus dem Irak, das Schicksal verschlug den Kurden nach Deutschland und schließlich nach München. Er stand bereits mit diversen hochrangigen Künstlern auf der Bühne, zuletzt mit Oliver Rajamani, einem texanischen Musiker mit indischen Wurzeln.

Wenn Alizadeh und Mirza am 21. Juli in der Kirche St. Maximilian auftreten, wird dies nicht ihr erstes Gastspiel in einem christlichen Gotteshaus sein. Alizadeh gab unter anderem in Zürich und Bamberg bereits Konzerte in evangelischen Kirchen. Mirza schwärmt von der mystischen Atmosphäre, die jene Orte ausströmten. „Kirchenräume machen einen schönen Klang“, findet Alizadeh, „schöner als so manche Konzerthäuser.“

Alizadeh gastierte bereits bei diversen internationalen Festivals wie beispielsweise dem Edinburgh Festival in England und dem Afro Pfingsten Festival in der Schweiz. Zudem arbeitet Alizadeh auch mit Schriftstellern und Theaterschaffenden zusammen. Momentan ist er auf der Bühne des Theaters Ingolstadt in „Krabat“ zu sehen, außerdem arbeitet er mit Christian Stückl für die diesjährigen Oberammergauer Passionsspiele zusammen. Er wirkte bei diversen CD-Produktionen mit und veröffentlichte 2010 seine erste eigene Solo-CD für Tonbal und Daf sowie sein Lehrbuch für Anfänger auf der Daf. Gerade ist auch sein Buch „Odd Rhythms“ erschienen, in dem erstmals sämtliche ungerade Rhythmen zusammengefasst und analysiert wurden.