Arash Sasan & Band - Konzert

Arash Sasan and Friends

Am 11. August kommt es zum großen Finale der Ausstellung „Ein Blick Iran“ mit einmaligen Videoinstallationen und gleich zwei Konzerten. Eines davon gibt der iranische Sänger und Gitarrist Arash Sasan.

benedikt-fuhrmann-ein-blick-iran-arash-sasan.jpg

„Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Zug. An den Fenstern zieht eine üppig grüne Landschaft vorbei. Sie beginnen zu träumen. In Grün.“ So beschreibt der Iraner Arash Sasan seine Musik. Vom saftigen Frühlingsgrün bis zum tiefsten Dunkelgrün reichen die Töne, die der Musiker gemeinsam mit europäischen Künstlern hervorbringt: Die italienische Mandoline kommt dabei genauso zum Einsatz wie das Piano; das Klavier ebenso wie die persische Rahmentrommel „Daf“. Westliche Klänge mischen sich mit persischen Rhythmen; Arash Sasan singt dazu mit kraft- und gefühlvoller Stimme mal leidenschaftlich, mal leise seine selbst komponierten, iranischen Lieder.

„Green Dreams“ heißt die Debüt-CD des iranischen Sängers und Gitarristen, der seit zwölf Jahren in Deutschland lebt. Sasan nahm sie im Jahr 2006 gemeinsam mit dem Jazz- Gitarristen Geoff Goodman auf, das Label „Pilgrims of Sound“ veröffentlichte sie schließlich in Deutschland. In seinem Heimatland konnte Sasan die CD bisher nicht veröffentlichen. Mehrere Monate lang wartete er vergebens auf die staatliche Erlaubnis dazu. Dass Grün in Iran auch die Farbe des Widerstandes gegen das totalitäre Regime von Mahmud Ahmadinedschad ist, hat damit allerdings nichts zu tun. Die CD wurde 2006 aufgenommen – und damit noch vor Beginn der „Grünen Bewegung“. Das Lied „Faryad“ (auf deutsch „Schrei“) schrieb Sasan jedoch tatsächlich für die Widerstands-Bewegung im Iran.

Schon mit fünf Jahren begann Sasan, an einer nach der Orff’schen Lehre ausgerichteten Musikschule in Teheran Piano und Keyboard zu lernen und komponierte mit 14 Jahren sein erstes Lied. In seiner Heimat hatte der Musiker seine Leidenschaft jedoch noch nicht zum Beruf machen können. Nach Abschluss seines Politik- und Wirtschafts-Studiums arbeitete Sasan beim Landwirtschaftsministerium in Teheran, bereiste sein Heimatland und lernte die vielen verschiedenen Kulturen dort kennen. Für ihn eine bereichernde Zeit: „Ich hatte die Chance, das Leben der Menschen kennen zu lernen und ihr großartiges musikalisches Erbe zu hören.“

Mit 29 Jahren brachte das Interesse für die europäische Kultur den iranischen Musiker nach Deutschland. Dort schloss er sein Informatik-Studium ab, besuchte diverse Musik-Seminare und trat nach und nach auch mit anderen Musikern auf. Jazz und lateinamerikanische Musik begeistern ihn, besonders der Flamenco hat es Sasan angetan. Beim Konzert in der Kirche St. Maximilian tritt Sasan gemeinsam mit vier Freunden in einem Quintett auf: mit dem Jazzgitarristen Geoff Goodman, mit dem Saxophonisten Till Martin, Martin Kolb am Schlagzeug und Peter Cudek am Kontrabass.